Tapfheim
Landschaftsplanung
2.11 Wir machen uns Bilder der Tatsachen. 2.12 Das Bild ist ein Modell der Wirklichkeit. 2.13 Den Gegenständen entsprechen im Bilde die Elemente des Bildes. 2.131 Die Elemente des Bildes vertreten im Bild die Gegenstände. 2.14 Das Bild besteht darin, dass sich seine Elemente in bestimmter Art und Weise zu einander verhalten. Ludwig Wittgenstein, tractatus logico philosophicus
Eigentlich ist Philosophie ganz einfach. Leider hilft uns Wittgenstein nicht dabei, die Tatsachen festzustellen. Also machen wir uns selbst auf. Denn die Tatsachen müssen wir kennen, wenn wir einen Landschaftsplan erstellen sollen. Lesen Sie, wie wir dabei vorgehen.
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Hilfe, unser Flächennutzungsplan ist veraltet! Die bayrische Gemeinde Tapfheim möchte sich weiterentwickeln. Die Voraussetzungen sind gut, Bauland wird rege nachgefragt, Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung stehen an und überörtlich bedeutende Verkehrsprobleme sollen gelöst werden. Bevor man jedoch mit den Planungen beginnen kann, muss den Behörden (Landratsamt) ein gültiger Flächennutzungsplan vorgelegt werden. Darin steht, wie man die einzelnen Flächen nutzen kann und welche Nutzungen geplant sind. Leider ist so ein Plan in der Regel nach 10 bis 15 Jahren veraltet und damit wertlos. Ein neuer Plan muss her. Und damit einhergehend auch ein begleitender Landschaftsplan. Denn das Naturschutzgesetz fordert den Landschaftsplan als ökologischen Fachplan zum Flächennutzungsplan. Er geht auf die Belange von Natur und Landschaft ein und fördert somit die umweltverträgliche Flächennutzung und vermeidet Konflikte bereits im Vorfeld.
HPC hatte bereits bei der Bestandserhebung, Datenaufbereitung und grafischen Umsetzung von Plangrundlagen einige Arbeit für die Gemeinde Tapfheim geleistet. Man war zufrieden mit uns. Da wir außerdem als interdisziplinäres Team alle im Zusammenhang mit der Entwicklung von Gemeinden anfallenden Aufgaben anbieten, beauftragte uns die Gemeinde Tapfheim.
Welche Tatsachen ins Bild gehören Ein Landschaftsplan muss eine Landschaft möglichst umfassend wiedergeben, denn er dient als Grundlage aller weiteren Planungen wie zum Beispiel auch der Einrichtung eines Ökokontos (dieses dient der Ausweisung von Ausgleichsflächen). Was gehört also in einen Landschaftsplan? Die Gestalt der Landschaft, die Qualität der Böden, Gewässer, Biotope, Vegetationsmerkmale. Die Nutzung der Flächen, also Wald, Landwirtschaft, Siedlungen, Flächen für Ver- und Entsorgung, die Verkehrswege, eine Menge Arbeit wartet auf uns.

Wie wir die Tatsachen ermitteln Zunächst analysieren wir die Daten, die in den verschiedenen Ämtern bereits vorliegen. Zusätzlich werten wir Luftbildaufnahmen aus. Nun ziehen wir die Gummistiefel an und klemmen uns den Laptop unter den Arm: Ortsbesichtigung. Wir kontrollieren, ob unsere Informationen richtig sind. Und ergänzen sie gegebenenfalls. Dabei gehen wir besonders umsichtig vor, denn je genauer die Bestandsaufnahme ist, um so aussagekräftiger wird die Auswertung. Aus den gesammelten Informationen generieren wir einzelne Themenkarten, auf denen wir die jeweiligen Schutzgüter (Boden, Wasser, Klima, Landschaftsbild, Biotopausstattung) herausarbeiten und übersichtlich darstellen. Jetzt werden landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten, Bodenschätze, Überschwemmungsgebiete, Gewässergüte, Lufteigenschaften und Klimaverhältnisse deutlich. Das Bild der Landschaft nimmt Gestalt an. Zusätzlich fertigen wir noch Karten für das Arten- und Biotoppotenzial sowie für das Landschaftsbild und die Erholungseignung an.
Wie verhalten sich die Elemente des Bildes zueinander? HPC stellt stets die Ansprüche an die Nutzung den Belangen von Natur und Landschaft gegenüber und deckt somit Nutzungskonflikte auf. Diese stellen wir auf gesonderten Karten dar. Jetzt können wir uns Gedanken darüber machen, wie man die Konflikte löst. Auf Basis unserer Vorschläge weist die Gemeinde Tapfheim Wohngebiete, Gewerbegebiete und die Trasse der Ortsumgehung aus. Der Landschaftsplan hat gezeigt, was in ihm steckt: Wichtige Informationen, die eine rechtssichere Grundlage für die Abwägung unterschiedlicher Interessen schaffen. Die Gemeinde Tapfheim vermeidet kostenintensive Planungsfehler. Die Umsetzung der Planungen beginnt. Die Gemeinde kann sich nun entwickeln.
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