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Kläranlage, Naumburg

Wasserwirtschaft


Schärfere Grenzwerte für Umweltbelastungen helfen, unsere Lebensqualität zu verbessern. Leider bringen sie mitunter kleinere Gemeinden in finanzielle Bedrängnis. Mit dem richtigen Know-how kann man diese Situation entschärfen. Die drei Klärwerke der Stadt Naumburg taten seit den 60er Jahren zufriedenstellend ihren Dienst. Aber 1992 senkte eine neue EU-Richtlinie die zulässigen Grenzwerte. Es wurde schnell klar, dass die Naumburger Klärwerke dieser Aufgabe nicht gewachsen waren. Die neuen Grenzwerte lagen so niedrig, dass aufwendige Modernisierungsmaßnahmen nicht ökonomisch sinnvoll waren.

(Abb. 1)

Also: neu bauen. Aber wie? Eine, zwei oder drei Kläranlagen? Welche Lösung führt zum besten Reinigungsergebnis? Welche zu den niedrigsten Kosten? Nachdem unterschiedliche Varianten durchgespielt wurden, entschied man sich für den Bau einer Zentralkläranlage. Die Baukosten wurden mit 4 Millionen € veranschlagt. Dazu Betriebskosten von € 250.000 jedes Jahr. Immer noch eine Menge Geld – aber bisher hatte uns ja niemand gefragt.

Nun beriet HPC die Stadt Naumburg. Einzelne Komponenten der Anlage konnten raumsparender und effektiver genutzt werden. Wir garantierten einen Festpreis von € 3,3 Millionen. Außerdem versprachen wir, dass die Betriebskosten € 190.000 im Jahr nicht überschreiten würden.

Der Bau begann im April 1998 (Abb. 1). Ein Jahr später wurde die Anlage in Betrieb genommen. Dies war die schnellste Inbetriebnahme im Regierungsbezirk. Sie sparte dem Kunden weitere Kosten, denn solange auf die alte Weise geklärt wurde, musste die Kommune Abwassergebühren von € 150.000 im Jahr abführen. Die Reinigungsergebnisse der neuen Anlage liegen deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. Die anfallenden Betriebskosten belaufen sich auf € 110.000 im Jahr.

(Abb. 2)
(Abb. 3)

Anhang:
Die meisten Leser fühlen sich von den technischen Details der Anlage vermutlich gelangweilt. Allen anderen wünschen wir gute Unterhaltung.

Mechanische Stufe:
Kombination aus Feinsieb- und Rechensandfanganlage mit integriertem belüftetem Sand- und Fettfang

Biologische Stufe:
ein Rechteckbelebungsbecken (Abb. 2) mit vorgeschalteter biologischer Phosphatelimination, variable Betriebsführung durch integrierte Zweistraßigkeit, Denitrifikations- und Nitrifikationsbecken, Gebläsestation, ein Nachklärbecken mit Schildräumern und getauchten Ablaufrohren, Auslaufbauwerk mit MID-Messung und Hochwasserpumpwerk

Schlammbehandlung:
biologische Schlammvererdung (Abb. 3) mittels bepflanzten Schilfbeeten, ein Schlammsilo zur Nassschlammabgabe, automatisierter Trübwasserabzug, Schlammlagerplatz


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