Ausgangslage
In der Gemeinde Buchdorf soll ein neues Wohngebiet erschlossen werden. Da wir unser Können bereits bei der Erschließung eines Gewerbegebietes in Buchdorf unter Beweis stellen konnten, geht der Auftrag an uns. Man erwartet von uns unkonventionelle Lösungen, die auf städtebauliche Erfordernisse eingehen.
Die Erde wird nicht nass
Durch die vorgesehene Bebauung des an einem Südhang gelegenen Grundstückes werden 70% des Bodens versiegelt. Das bedeutet, dass auch 70% des Regenwassers abgeleitet werden müssen. Die Hochwassergefahr stiege erheblich und auch die Grundwasserneubildung würde durch die Ableitung beeinträchtigt. Als Folge verödeten die Gebiete. Dieses Problem könnte man zwar durch eine künstliche Regenwasserzugabe lösen, aber das erscheint uns zu umständlich.
Die Erde wird doch nassViel einleuchtender finden wir die Idee, das Regenwasser vor Ort zu versickern. Dafür muss der Untergrund geeignet sein. Unser Bodengutachten schafft Klarheit - der Boden spielt mit. In dem zu erschließenden Wohngebiet wollen wir Grüngürtel, sogenannte Anger, einziehen. Das von Straßen, Dächern und Höfen abfließende Wasser läuft über schmale, mit Gras bewachsene Grünstreifen in ein Muldenrigolensystem. Die ringförmigen Gräben sammeln das überschüssige Wasser und leiten es über ein schwaches Gefälle in ein Regenwassersammelbecken. In dieser Mulde befindet sich eine Rigole, also eine Art „Schotterkiste“. Anger und Mulde versickern im Normalfall das anfallende Regenwasser. Nur bei extremen Regenfällen läuft es weiter in ein zusätzliches Sammelbecken und wird dort ebenfalls über ein Schotterbett versickert. Mit dieser innovativen Lösung bannen wir die Hochwassergefahr und erhalten den Grundwasserspiegel.